Sie sind hier: Projekte Dohlen  
 PROJEKTE
Uferschwalben
Stausee Buch
Biotop Lohbachtal
Schlossweiher
Dohlen
Turmfalken
Schleiereulen
Wasseramsel
Fledermäuse
Kreuzkröte
Nistkastenkontrollen

DOHLEN
 



 

Über den Ellwanger Dächern fliegt die wahrscheinlich größte Dohlenschar Baden-Württembergs.

Dies ist vor allem unserem NABU - Mitglied Reinhold Schuster, der bis November 2015 auch die Wildvogel-Pflegestation in Ellwangen betrieben hat, zu verdanken.

Auf sämtlichen Ellwanger Kirchtürmen und anderen öffentlichen Gebäuden hat er mehr als 50 Großraumnistkästen montiert.

Die Nestlinge - im Jahr 2014 waren es wieder etwa 120 Jungdohlen - werden, soweit möglich, vor dem Ausfliegen beringt.

Ringfunde zeigen, dass die Ellwanger Dohlenpopulation sich auch auf benachbarte Städte ausweitet.

Alle von Dohlen belegten Nistkästen werden im Herbst gereinigt.

Die Beringung der jungen Dohlen und die Reinigung der Nistkästen - eine sehr staubige Angelegenheit - wird derzeit federführend durch Josef Bolsinger mit weiteren Mitgliedern der NABU-Ortsgruppe Ellwangen durchgeführt.


Umweltschutzpreis 2012 der Heimatsmühle Aalen

Für das für das langjährige Engagement zum Erhalt und Pflege der Ellwanger Dohlenkolonie erhielt der NABU Ellwangen am 16.11.2012 einen 2. Umweltschutzpreis der Heimatsmühle Aalen.

Präsentation Schutzmaßnahmen zum Erhalt der Ellwanger Dohlen [865 KB]

Pressebericht Schwäbische Post 17.11.2012 [504 KB]

Pressebericht Schwäbische Zeitung im Internet 16.11.2012 [49 KB]




Kamera im Dohlennest - Brut ist beendet

Vom Nestbau und Brutgeschehen wurde ein Video aufgezeichnet.



Klick zum Video auf das Bild
 



 

Der NABU Ellwangen baute in einen speziell angefertigten Nistkasten mit transparenter Abdeckung eine Video-Kamera ein und hat mit dieser den Nestbau, das Brüten und die Brutpflege live übertragen.
Der Nestbau hatte am beim Einbau der Kamera am 09.03.2012 bereits begonnen.
Brutbeginn war erst am 17.04.2012.
Leider ist am 05.05.2012 nur ein Küken geschlüpft.
Dieses wurde bis zum 17.05.2012 gefüttert und ist dann verschwunden.
Die Dohle saß weiterhin auf den restlichen vier Eiern und gab die Brut erst am 02.06.2012 endgültig.
Die Kamera wurde danach abgeschaltet und wieder ausgebaut.

Am 21. Mai 2013 konnten in diesem Nistkasten 3 wohlgenährte Dohlenküken beringt werden.




Dohlen über Ellwangen

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.



Vogel des Jahres 2012 - Die Dohle

Von Hariolf Löffelad

Mit der Dohle hat der NABU einen ganz außergewöhnlichen Vertreter der Rabenvögel ausgewählt. Vielen ist wohl gar nicht bekannt, welch besondere Lebensraumansprüche die schwarzen Gesellen haben und weshalb besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Als nur etwa taubengroßer Rabenvogel mit auffallend grauem Nacken- und Wangengefieder sowie der weißen Iris des Auges sind Dohlen gut zu bestimmen. Es sind sehr gesellige Vögel, die in teils größeren Brutkolonien oft mitten in Städten an größeren Gebäuden oder Kirchtürmen zu beobachten sind. Die klangvollen "kja" oder "schak"-Rufe sind charakteristisch. Männchen und Weibchen bleiben meist ein Leben lang zusammen und bilden mit anderen Paaren einen engen Sozialverband. Gemeinsam ziehen mehrere Paare zur Nahrungssuche oder verteidigen ihre Neststandorte.
Meist werden in einer Jahresbrut 3 - 4 Junge aufgezogen, die nach ca. 5 Wochen flügge werden und noch längere Zeit in der Kolonie verweilen. Oft sieht man große Dohlenschwärme im Herbst und Winter, teils auch in Gesellschaft mit anderen Rabenvögeln umherziehen.

In Mitteleuropa brüten etwa 500.000 Paare mit weiterem Verbreitungsschwerpunkt in Osteuropa von Russland bis in die Türkei. In Norddeutschland nehmen sie sogar Kaninchenbaue als Quartier, in Waldgebieten werden auch Baumhöhlen angenommen, die zuvor vom Schwarzspecht gezimmert wurden. Ansonsten suchen sie sichere Brutplätze an Felsen oder eben als Kulturfolger allerlei Mauernischen an geeigneten Gebäuden. Darüber hinaus ist es für die Vögel entscheidend, nahe gelegene, gute Futterplätze auf reich strukturierten Wiesen, Feldern und Gärten vorzufinden. Auch ein Komposthaufen wird gerne auf Fressbares durchsucht.

In den 1970er bis 1990er Jahren waren die Bestände der Dohle in Deutschland stark zurückgegangen. Viele Kolonien konnten eine Mindestgröße von einigen Paaren nicht mehr halten und waren erloschen. Ein wesentlicher Grund dafür war die Sanierung der Innenstädte sowie die Vergitterung der Kirchtürme. Damit verschwanden kurzerhand viele Nistplätze. Abwehrmaßnahmen gegen die Tauben wirkten unmittelbar auch gegen die Dohlen.
Beispielsweise gab es 1976 in Ellwangen nur noch etwa 10 und in Röhlingen noch ca. 5 Brutpaare. Wegen fehlender Nistmöglichkeiten wurden deshalb vom NABU Nistkästen auf allen Kirchtürmen und etlichen hohen Gebäuden installiert. Mittlerweile werden allein im Stadtgebiet Ellwangens sowie auf dem Schloss und der Schönenbergkirche gut 50 Nistkästen betreut und jährlich gereinigt. Dadurch konnte der Dohlenbestand in der Region gesichert werden. In Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Radolfzell werden die Jungvögel beringt. Aus Wiederfunden ist bekannt, dass im nahen und fernen Umland andere Kolonien Zuwachs aus Ellwangen bekommen haben und damit gefestigt werden konnten. Beispielsweise sind auch in Aalen-Wasseralfingen, Kirchheim am Ries und Bopfingen Dohlen jezt wieder zahlreich anzutreffen.

Schutzbemühungen für die Dohlen sind weiterhin und langfristig erforderlich. Dazu bedarf es der Unterstützung und Akzeptanz der Gebäudeeigentümer.

Dankeschön für das Verständnis und die langjährige Unterstützung der Kirchengemeinden mit Pfarrern und Mesnern!

Denn nicht immer landen die Äste zum Nestbau im Nistkasten.
Toleranz hierüber ist nicht selbstverständlich. Das Werben in der Öffentlichkeit um Verständnis für den Schutz der Dohle ist weiterhin angesagt.


Ehrung für den "Lebensraum Kirchturm":

Im Rahmen einer Feierstunde im November 2012 wurde den Vertretern der Ellwanger Kirchengemeinden und des Regierungspräsidiums Stuttgart (für mehrere Behördengebäude in denen Dohlennistkästen montiert sind) für ihre Unterstützung gedankt, sowie die Urkunden und die NABU-Plakette "Lebensraum Kirchturm" ausgehändigt.

Liste der vom NABU ausgezeichneten Kirchen




 

Ehrung der Kirchengemeinden und Behörden: Übergabe der Urkunden und Plaketten an die Vertreter der Kirchen und Behörden. (v.l.n.r) Hariolf Löffelad, NABU Ellwangen, Pfarrer Martin Schuster, ev. Kirchengemeinde; Andrea Köder, zweite Vors. Kirchengemeinderat Schönenberg; Andreas Ilg, Regierungs-präsidium Stuttgart in Ellwangen; Schönenbergpfarrer Tadeusz Trojan; Paul Feil, zweiter Vors. Kirchengemeinderat St. Vitus und Stadtpfarrer Michael Windisch.




 

Pressebericht Schwäbische Post vom 30.10.2014 [440 KB]

Pressebericht Schwäbische Post vom 26.03.2014 [676 KB]

Pressebericht Schwäbische Post vom 27.11.2012 [5 KB]

Pressebericht Ipf- und Jagst-Zeitung 24.11.2012 [220 KB]

Pressebericht Schwäbische Post vom 08.06.2012 [106 KB]

Pressebericht Schwäbische Post vom 18.10.2011 [156 KB]

Pressebericht Ipf-und-Jagst-Zeitung vom 19.11.2011 [312 KB]

Download der NABU-Broschüre:
"Die Dohle - Vogel des Jahres 2012"




 

Mehr über Dohlen
Klick auf das Bild





 

zurück